So schreibt (nicht nur) die Presse:

Alte Musik für Kinder   Salzburger Nachrichten  09.01.2003
 
Thomas Schallaböck bereitete den Kindern der Volksschule Mattsee einen unvergesslichen Vormittag mit mittelalterlicher Musik.

MATTSEE. Der Leiter des Ensembles "Dulamans Vröudenton", Thomas Schallaböck, beherrscht nicht nur rund ein Dutzend mittelalterlicher Instrumente. Er versteht es auch wie kein Zweiter, junges Publikum für die Musik zu begeistern.

In der Volksschule Mattsee zog er kurz vor Weihnachten alle Register seines Könnens und schlug damit die Kinder in seinen Bann. Mit seiner Dudelsack-Version von "Es wird scho glei dumpa" animierte er die junge Zuhörerschaft spontan zum Mitsingen. Schallaböcks Mimik, Gestik und Temperament würden jedem Pädagogen und Schauspieler zu Ehre gereichen. Sein Programm nannte er "Weihnachten bei unseren Ur-Ur-Ur-Ur-Großeltern". Unter den zu Gehör gebrachten Adventliedern war auch das wahrscheinlich älteste Wiegenlied "Josef, lieber Josef mein" aus dem 14. Jahrhundert, das er auf dem mittelalterlichen Psalter begleitete. Ein Bub durfte die Trommel schlagen, ein anderer die Drehleier bedienen und alle waren als Sänger ins Programm eingebunden. Auch längst vergessene Lieder mit mittelhochdeutschen Texten interpretierte Schallaböck gekonnt.

Willi Gstöttner

Wie alt ist eigentlich die Drehleier?   Salzburger Nachrichten, Kinderseite, Reinhard Kriechbaum

Schüler lernen alte Musikinstrumente kennen - Viele Fragen und große Begeisterung

Nein, Andreas aus der ersten Klasse hat nicht recht gehabt mit seiner Antwort auf die Frage, seit wann es eigentlich die Drehleiern gebe: "400.000 Jahre!" Aber vor tausend Jahren ist diese "Kurbelgeige" bestimmt schon gespielt worden. Eine Radleier müßt ihr euch vorstellen ähnlich einer Violine, nur ein bißchen größer und eckiger. Aber statt eines Geigenbogens werden die Saiten von einem hölzernen Rad angestrichen - und das Rad wird mit einer Kurbel in Bewegung gesetzt. Übrigens kann eine Drehleier auch "schnarren": Wenn man die Kurbel nicht gleichmäßig bewegt, sondern "rupft", gibt das einen Ton ungefähr so, als ob eine Fliege an einer Fensterscheibe entlangsurrt.

Und noch ein Insekt hat mit der Drehleier zu tun: Es gibt nämlich einige Saiten, die immer mitklingen. "Bordun" heißen solche Töne, die sich im Laufe eines Liedes nicht verändern. Dieses Wort ist französisch und heißt übersetzt: Hummel.

Man kann viel erfahren von Thomas Schallaböck, wenn er mit seinen fremdartigen Instrumenten in einer Schule zu Gast ist. Diese Instrumente spielt er sonst nicht allein, sondern gemeinsam mit drei Freunden: "Dulamans Vröudenton" heißt die Gruppe.

"Hummeltöne" gibt übrigens nicht nur die Drehleier von sich, sondern auch der Dudelsack. Alle Kinder wissen, wie dieses Instrument klingt und wie es aussieht: Aber habt ihr schon einmal genau hingesehen? Wo ist die Luft, nachdem der Spieler in das kurze Röhrl geblasen hat? Wie stellt er es an, daß das Instrument so laut und so gleichmäßig klingt? "Sackpfeife" heißt ein Dudelsack auch: 

Ein Luftsack wird aufgeblasen, man hält den Sack unter dem Arm und drückt drauf; an dem Sack hängen einige Pfeifen, eine hat Grifflöcher. Auffallend am Instrument von Thomas Schallaböck snd kleine Stöpsel: wenn er eine bestimmte Pfeife zum Schweigen bringen will, wird sie einfach zugestopft.

Wenn Thomas Schallaböck seine Instrumente (viele stammen aus dem Mittelalter, andere kommen aus fremden Ländern) in Salzburger Schulen vorführt, haben die Kinder die Möglichkeit, einmal ganz aus der Nähe zuzuschauen und zuzuhören. Das Gemshorn, zum Beispiel funktioniert wie eine Blockflöte und gibt besonders sanfte Töne von sich. Das Krummhorn wiederum hat im Inneren ein Doppelrohrblatt - wer zwei aneinandergepreßten Grashalmen Töne entlocken kann, weiß wie das geht.

Die Kinder sind immer recht neugierig, und sie stellen Fragen, erzählte mir Thomas Schallaböck kürzlich, als er in der Volksschule Liefering II zu Gast war. Ein Mädchen hatte dort gleich einen Vergleich fürs Krummhorn: "Es schaut wie ein Saxophon aus, nur ist das größer..."

Ein bißchen ärgert sich Thomas Schallaböck, weil er zu gerne auch einmal im Fernseh-Kinderprogramm seine Instrumente vorführen möchte. "Aber dort sagen sie immer, die Kinder interessieren sich nicht für diese Musik!"

Wer die Begeisterung erlebt hat, wenn Thomas Schallaböck auf seinen fremdartigen Instrumenten spielt oder zu ihnen singt, denkt darüber ganz anders.


Woher stammt der Dudelsack?  
Gemeindezeitung Trofaiach
Die Schüler und Schülerinnen der Peter Rosegger-Volkschule können darüber sicher Auskunft geben.

Verbrachten sie doch einen äußerst lehrreichen, dennoch vergnüglichen Unterrichtsvormittag unter dem Motto "Alte Musik für junge Schüler". Thomas Schallaböck vom Ensemble für alte Musik "Dulamans Vröudenton" führte die Kinder in die Welt der alten Musik und fremdartigen Instrumente (Drehleier, Krummhorn, Cornamuse, Mandoline, Gemshorn u.a.) ein. Dadurch sollte das Interesse der Kinder für die Kultur und Geschichte unserer Vorfahren geweckt werden, was dank des pädagogischen Einfühlungsvermögens des Referenten bestimmt gelungen ist. Übrigens: Der Dudelsack stammt nicht - wie allgemein vermutet - aus Schottland, sondern höchstwahrscheinlich aus Indien!